31.08.02

Hochwasser-Aspekte

Das katastrophale Elbe-Hochwasser der letzten Wochen mit Schäden in Milliardenhöhe lässt natürlich auch die Bewohner des Neckartals nachdenklich werden. Erinnerungen an vergangene Überflutungen werden wach. Dass der Fluss für kürzere Zeit über die Ufer tritt, erlebt man ja häufig. Die Straße von Obereisesheim nach Neckarsulm ist alle 2 oder 3 Jahre für ein paar Tage unpassierbar. Was aber würde geschehen, wenn der Neckar ähnliche Wassermassen wie letztens die Elbe zu bewältigen hätte? Die Gewässerdirektion in Besigheim kann mit Hilfe eines von der Universität Karlsruhe erstellten Simulationsmodells diese Situation vorausplanen. Darüber berichtete heute die Heilbronner Stimme.

Hochwasserkarte "Land unter am Neckar: Bei einem 200-jährigen Hochwasser ähnlich dem an der Elbe wären die dunkelblauen Bereiche geflutet und die roten gefährdet."

Fachleute weisen immer wieder darauf hin, wie wichtig es ist, genügend Überflutungsflächen frei zu halten, die das Wasser aufnehmen können. Eine Umgehungsstraße in aufgeständerter Brückenbauweise würde in dieser Hinsicht im Neckartal wenig Schaden anrichten. Eine kostengünstige Damm-Version wäre allerdings äußerst problematisch. Ein Vorschlag (per Mail erhalten, vermutlich aus Obereisesheim) sieht das allerdings anders: Die Straße soll von Obereisesheim bis zur ehemaligen Kläranlage in Bad Wimpfen auf einem Damm geführt werden, der gleichzeitig Untereisesheim vor Hochwasser schützt.

"Selbstverständlich gibt die Computersimulation Hinweise auf Lösungen in komplexeren Sachverhalten. Doch ihre Kosten hätten sich schon rentiert, wenn auch einfachere Warnungen nicht mehr so schnell in den Wind geschlagen würden." (Zitat aus dem Kommentar von Iris Baars-Werner in der heutigen H.St.)