20.05.2005


Erörterungsgespräch

Bei seiner letzten Stellungnahme zum Thema "Umgehungsstaße" hatte sich der Gemeinderat von Bad Wimpfen zwar für die Süd-West-Umfahrung von Wimpfen und Untereisesheim ausgesprochen, konnte sich aber nicht völlig für die vom Regierungspräsidium favorisierte Variante erwärmen (siehe auch hier). Die Kritik entzündete sich an der Straßenführung in der Nähe von Wimpfen. Der Wimpfener Gemeinderat meinte, dort solle die Straße besser wie bei Varinate 5B oder 5C geführt werden.

Die lange schweigende Eisesheimer Bürgerinitiative EBI nahme das Anfang Mai zum Anlass, sich mit einer Flugblattaktion zu Wort zu melden. Ihre Strategie scheint es weiterhin zu sein, den Spaltpilz zwischen Wimpfen und Untereisesheim zu treiben, um so die von ihnen vertretene Position von Neckarsulm-Obereiseheim zu stärken. "Bad Wimpfen ist weiterhin auf seine Vorteile bedacht", lautet die Schlagzeile. Und der anfangs dargestellte Sachverhalt liest sich so:

"Der Gemeinderat von Wimpfen hat die Variante 5A abgelehnt! Er sprach sich mit Mehrheit dafür aus, dass die Variante 5C oder 5B realisiert werden soll."

Inzwischen hat (am 10.05.) ein Erörterungstermin beim Regierungspräsidium stattgefunden. Bürgermeister Bock berichtete darüber am 20.05. im Mitteilungsblatt der Gemeinde:

Information zur geplanten Ortsumgehung der L1100

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
wie Sie der Presse und einem Flugblatt der Eisesheimer Bürgerinitiative (EBI) entnehmen konnten, hatte der Bad Wimpfener Gemeinderat bei der Anhörung zum Auslegungsentwurf der Ortsumfahrung Variante 5A Fortschreibung Bedenken zum Trassenverlauf der Querspange vorgebracht.

Die Bad Wimpfener Bedenken bezogen sich im Wesentlichen auf die Zerschneidung des Landschaftsschutzgebietes im Bereich der Höhenhöfe und der massiven Beeinträchtigung der dortigen Anwohner.

Bad Wimpfen bat in seiner Stellungnahme den Trassenverlauf der Querspange zu überdenken und eine Anlehnung an die Variante 5C vorzunehmen. Dies hätte zur Folge gehabt, dass der Beginn der Querspange auf die Gemarkung unserer Gemeinde verschoben worden wäre.

Selbstverständlich ist dies für Gemeinderat und Gemeindeverwaltung unakzeptabel. Die Gemeinde Untereisesheim hatte daher dem Regierungspräsidium Stuttgart als Planungsträger mitgeteilt, dass nur die vom hiesigen Gemeinderat mit großer Mehrheit mitgetragene Auslegungsvariante (5A Fortschreibung) in allen Punkten Geschäftsgrundlage sein kann.

Aufgrund dieser Sachverhalte hatte das Regierungspräsidium Stuttgart die betroffenen Gemeinden, den Landkreis und die Naturschutzverbände zu einem Erörterungsgespräch am 10.5.2005 eingeladen und in diesem eine Kompromissvariante vorgestellt. Im Wesentlichen behält der Kompromiss den ursprünglichen Gesamttrassenverlauf bei. Nur in Bad Wimpfen im Bereich "Höhen-Höfe" erfolgt eine teilweise östliche Verschwenkung von Querspange und Kreuzungspunkt zur geplanten L1100 auf Wimpfener Gemarkung. Dabei wurden auch die topografischen Möglichkeiten des Geländes berücksichtigt.

Bei dem Gespräch wurde klar, dass neben der Gemeinde Untereisesheim, die nochmals sehr deutlich gemacht hat, dass eine weitergehende Zerschneidung unserer Gemarkung völlig inakzeptabel ist, auch das Regierungspräsidium keine wesentliche und grundsätzliche Umplanung der Querspange akzeptiert.

Bad Wimpfen hat dem vorgeschlagenen Kompromiss, der eine Verlegung der Quertrasse in östlicher Richtung ausschließlich auf Bad Wimpfener Gemarkung bedeutet (mit einem näheren Heranrücken an unsere Gemeindegrenze, ohne diese jedoch zu tangieren) zugestimmt. Für Untereisesheim ist Bedingung, dass dieser Kompromiss auch bei der weiteren Planung unbedingt beachtet wird. Die nunmehr vorgestellte Teiländerung der Querspange, wie sie sich aus dem nachfolgenden Plan ergibt, ist auch noch im Gemeinderat bei seiner nächsten Sitzung am 30.5.2005 zu erörtern. Diese Teiländerung ist ein Kompromiss zwischen den gegensätzlichen Vorstellungen beider Kommunen, würde aber insgesamt unsere Interessen noch wahren.

Abschließend hat das Regierungspräsidium nochmals bekräftigt, dass nur die Variante einer südwestlichen Umfahrung unserer Ortschaft Gegenstand weiterer Planungen sein wird. Dies wurde ja bereits in der Einwohnerversammlung im Februar deutlich. Die Gemeindeverwaltung hofft, mit diesen Ausführungen etwas Klarheit geschaffen zu haben.

Jens Uwe Bock
Bürgermeister



Die farbigen Markierungen wurden von mir hinzugefügt. Ich hoffe, dass ich den Plan richtig interpretiert habe, nämlich dass der jetzt gelb markierte Verlauf den neuen Kompromiss darstellt. Es ist in dem Plan noch ein von Hand eingetragener Verlauf zu erkennen, der - nehme ich mal an - die alte Planung darstellt.

Was mich doch immer verwundert ist dieses "meine Gemarkung - deine Gemarkung"-Denken, das auch in dem Text unseres Bürgermeister anklingt. Was spielt es denn für eine Rolle, ob ein Kreisel jetzt diesseits oder jenseits einer Grenze liegt, die praktisch niemand kennt? Wirklich wichtig sind doch andere Dinge: Wie wird die Natur beeinflusst und wie die Lebensbedingungen der Menschen.

Wohlweislich hat die EBI in das per Flugblatt veröffentlichte Luftbild nur die Süd-West-Umfahrungs-Varianten eingezeichnet. Das Bild hätte sonst die drastische Beeinträchtigung von Untereisesheim durch eine Ostumfahrung nur zu deutlich werden lassen.