27.06.2006

Pressemitteilung des Regierungspräsidiums Stuttgart


Entwurfsplanung des Regierungspräsidiums Stuttgart durch das Innenministerium genehmigt

Das Innenministerium Baden-Württemberg hat den vom Regierungspräsidium Stuttgart erstellten Entwurf für die Ortsumfahrung von Untereisesheim und Bad Wimpfen in diesen Tagen genehmigt.

Die so genannte „Raumtrasse F 5 A“, die aus einer umfangreichen Variantenuntersuchung als günstigste Variante hervorgegangen ist, soll die stark belasteten Ortsdurchfahrten in Untereisesheim und Bad Wimpfen vom Durchgangsverkehr entlasten.

Die Umgehungsstraße beginnt an der L 1100 - Ortsumgehung Obereisesheim und verläuft dann in westlicher Richtung über die Freifläche zwischen Ober- und Untereisesheim in einem Abstand von rund 200 m von der jeweiligen Randbebauung. Im weiteren Verlauf schwenkt die Trasse in nord-westlicher Richtung ab und umgeht die Ortslage von Bad Wimpfen am Berg im Süden und Westen in einem Abstand von rund 450 m. Danach mündet die Trasse in die bestehende L 530 in Richtung Bad Rappenau ein. Die Trassenlänge beträgt rund 7,1 km.

Zur Entlastung von Bad Wimpfen im Tal und Untereisesheim vom Durchgangsverkehr aus und nach Richtung Bad Friedrichshall (B 27) ist eine Querspange von der bestehenden L 1100 bei der Neckarbrücke in Bad Wimpfen im Tal in südlicher Richtung zur neuen Umgehungsstraße vorgesehen. Die Baulänge dieser Querspange beträgt rund 1,8 km. Aus topographischen Gründen wird hier ein Tunnelbauwerk mit einer Länge von rund 775 m erforderlich.

Die Kosten der Gesamtmaßnahme betragen rund 50 Mio. €, wovon allein auf die Querspange knapp 29 Mio. € entfallen.

Aufgrund der Haushaltssituation des Landes ist derzeit nicht absehbar, wann der in den kommenden Jahren zur Verfügung stehende Finanzrahmen eine Möglichkeit zum Bau dieser kostenaufwändigen Landesstraßenmaßnahme bietet. Das nun noch erforderliche Planfeststellungsverfahren wird deshalb zur gegebenen Zeit in Abhängigkeit der zur Verfügung stehenden Finanzierungsmittel eingeleitet werden.

(Ansprechpartner: Frank Buth)



Damit ist das eingetreten, was sich schon durch Verstreichen aller früher einmal genannten Termine angekündigt hat: Die Umgehungsstraße für Untereisesheim und Bad Wimpfen ist auf unbestimmte Zeit verschoben. Welche Rolle wohl die kontroverse Diskussion hier vor Ort bei der Entscheidung gespielt hat? „Der Widerstand der Stadt hat Früchte getragen", sagte Neckarsulms Oberbürgermeister der Zeitung. Hat man in Neckarsulm nicht früher immer betont, es sei nicht das Ziel, die Umgehung auf den St.-Nimmerleins-Tag zu verschieben? Und unterschwellig klingt durch, die von Neckarsulm favorisierte Neckartaltrasse sei auch nicht teuerer. Die aber enthält genauso die aufwändige Querspange bei Wimpfen und und ist im Bereich Untereisesheim ganz offensichtlich viel aufwändiger!




Heilbronner Stimme, 28.06.2006:


Die Planung für die Ortsumgehunq Untereisesheim - Bad Wimpfen ist jetzt vom Innenministerium genehmigt worden

50 Millionen Euro -Trasse steht in den Sternen

Von Barbara Barth

Das Innenministerium Baden-Württemberg hat den vom Regierungspräsidium Stuttgart erstellten Trassen-Entwurf für die Ortsumfahrung von Untereisesheim und Bad Wimpfen genehmigt. Doch der Baubeginn ist ungewiss: Es fehlt das Geld.

Die so genannte "Raumtrasse F 5 A", die nach einer umfangreichen Variantenuntersuchung vom Regierungspräsidium (RP) als "günstigste Variante" bezeichnet wird, soll die stark belasteten Ortsdurchfahrten in Untereisesheim und Bad Wimpfen vom Durchgangsverkehr entlasten.

Die Umgehungsstraße beginnt in dem jetzt genehmigten Entwurf an der L 1100-Ortsumgehung Obereisesheim und verläuft dann in westlicher Richtung über die Ackerflächen zwischen Ober- und Untereisesheim in 200 Meter Abstand von der jeweiligen Bebauung.

Im weiteren Verlauf schwenkt die Trasse in nord-westlicher Richtung ab und umgeht die Ortslage von Bad Wimpfen am Berg im Süden und Westen. Danach mündet die Trasse in die bestehende L 530 in Richtung Bad Rappenau ein. Die Länge beträgt rund 7,1 Kilometer.

Zur Entlastung von Bad Wimpfen im Tal und Untereisesheim vom Durchgangsverkehr aus und nach Richtung Bad Friedrichshall (B 27) ist eine Querspange von der bestehenden L 1100 bei der Neckarbrücke in Bad Wimpfen im Tal in südlicher Richtung zur neuen Umgehungsstraße vorgesehen. Die Baulänge dieser Querspange beträgt rund 1,8 Kilometer. Aus topographischen Gründen wird hier ein Tunnel mit einer Länge von rund 775 Metern erforderlich.

Nachdem während der Trassen-Diskussion immer von 35 bis 38 Millionen Euro für das gesamte Projekt die Rede war, spricht das Regierungspräsidium jetzt von "rund 50 Millionen Euro, wovon allein auf die Querspange knapp 29 Millionen Euro entfallen".

In der Pressemitteilung des RP heißt es ferner, dass "aufgrund der Haushaltssituation des Landes derzeit nicht absehbar ist, wann der Finanzrahmen eine Möglichkeit zum Bau dieser kostenaufwändigen Landesstraßenmaßnahme bietet". Das noch erforderliche Planfeststellungsverfahren werde erst eingeleitet, wenn die Finanzierung gewährleistet ist.

Die beteiligten Kommunen sehen die Entscheidung aus Stuttgart mit gemischten Gefühlen. Wimpfens Bürgermeister Claus Brechter begrüßt die Planungssicherheit, weiß aber, dass der Finanzierungsvorbehalt stark ist. "Die Anzahl bereits planfestgestellter Straßenbauprojekte im Lande ist groß." Wimpfen müsse deshalb in den kommenden Jahren auf politischer Ebene drängen und auf extra aufgelegte Zuschuss-Programme hoffen. Brechter: „Steter Tropfen höhlt den Stein."

Untereisesheims Bürgermeister Jens Uwe Bock bedauert, dass die Planfeststellung nicht eröffnet wird und das Projekt nicht oberste Priorität habe. "Ich gehe davon aus, dass einige Jahre ins Land gehen werden." Untereisesheim müsse weiter mit dem Verkehr leben. Überrascht zeigte er sich über die Kostenhöhe.

Neckarsulm, das die nun genehmigte Trasse 5 A immer abgelehnt und stattdessen eine Variante am Neckar favorisiert hat, gab sich gestern erleichtert. Oberbürgermeister Volker Blust: "Der Widerstand der Stadt hat Früchte getragen." Mindestens sei es ein Etappensieg. Denn "ob und wann das Verfahren wieder aufgegriffen wird, steht in den Sternen". Kritik übte Blust an der Informationspolitik des Regierungspräsidiums. Erst nach eigenen Recherchen habe man von der Pressemitteilung erfahren, "obwohl die beiden anderen Kommunen vorher informiert waren."

Baubürgermeister Klaus Grabbe sieht sich bestätigt: "Wir haben immer gesagt, dass die bevorzugte Trasse erheblich teurer wird." Für die Untereisesheimer und Wimpfener Bürger wäre es besser gewesen, wenn die Kommunen mit Neckarsulm konstruktiv nach einer Lösung gesucht hätten.