02.03.2009
Tempo-30-Zonen?


Einen Nachhall zum Verkehrsgipfel Anfang Februar in Wimpfen gab es jetzt auch im Untereisesheimer Gemeinderat.

Die Heilbronner Stimme berichtete:

Tempo-30-Zonen erneut beantragt

Von Angela Groß

"Der Pulverdampf hat sich verzogen", sagt Jens Uwe Bock. Die Bürgerinitiativen von Bad Wimpfen und dem Heilbronner Stadtteil Kirchhausen hatten zum Verkehrsgipfel eingeladen - alle möglichen Behördenvertreter, nur Neckarsulm sparten sie aus. Der Untereisesheimer Bürgermeister berichtete dem Gemeinderat vom Stand der Dinge.

Ein konkreter Zeitpunkt, wann die Pläne für die sogenannte Südwestumfahrung (Variante 5a) weitergeführt werden, sei nicht absehbar, erklärte Bock. Der Grund ist auch finanzieller Natur: Die Baukosten werden auf 60 Millionen Euro geschätzt, davon würden rund 60 Prozent das Tunnelbauwerk verschlingen. Zweiter gewichtiger Grund: Eine Umfahrung von Bad Wimpfen und Untereisesheim ist beim Nachbar Neckarsulm nicht unumstritten (wir berichteten).

Politisches Bekenntnis
Der Landtagsabgeordnete Dr. Bernhard Lasotta habe ein politisches Bekenntnis aller politisch Verantwortlichen gefordert. Nur über eine gemeinsame Kraftanstrengung und eine Sonderfinanzierung sei es möglich, das Vorhaben in Angriff zu nehmen, um eine Priorisierung zu erreichen.

Da das Land allerdings eine Umgehung von Bad Wimpfen und Untereisesheim favorisiere, sei unklar, erklärte Bock, ob es überhaupt eine Alternative zum jetzigen Plan geben könnte. "Eine Umfahrung von Untereisesheim und Bad Wimpfen wird also nur auf der Basis von einer politischen Entscheidung Realität werden."

Was bleibt also für den Moment und die unmittelbare Zukunft zu tun? "Mildernde“ Effekte erhofft sich der Bürgermeister nach wie vor von einer Tempo-30-Zone für Lastwagen an gefährlichen Stellen im Ort. Geprüft werden soll dies auch für Autos an der Kuppe zwischen Herzog-Magnus-Straße und Getränkehandel sowie an der Engstelle in Höhe der Seniorenwohnanlage in Untereisesheim. Eine Verkehrsschau vor Ort soll dies klären. Regierungspräsidium und Landratsamt könnten sich dies vorstellen. Zugesagt worden sei ihm außerdem, dass stark belastete Strecken im Oberflächenbetrag ausgebessert werden sollten - dies gilt auch für die Untereisesheimer Ortsdurchfahrt.

Am Ball bleiben
Gemeinderat Kai Loeprecht verwies auf einen Beschluss des Gemeinderats, der nach wie vor gültig sei: "Wir sollten auf die Idee einer Umfahrung bauen. Ich finde es schön, wenn wir Tempo-30-Zonen ausweisen, nur: Sie lösen unser Verkehrsproblem nicht." Martin Rascher hält es für sehr "unrealistisch, dass die Umgehung in den nächsten Jahren kommt. Wir sollten jetzt versuchen, alles Mögliche zu tun, um den LKW-Verkehr aus dem Ort zu bringen." Jens Uwe Bock sagte, man bleibe in puncto Umgehung am Ball.

Den vorsichtigen Optimismus der Gemeinderäte, durch eine 30-Stundenkilometer-Geschwindigkeitsbeschränkung auf der Hauptstraße den Lastwagenverkehr einzudämmen, kann ich nicht teilen. Sicher trägt das dazu bei, den Lärm zu mindern und die Verkehrssicherheit zu verbessern. Aber die paar Sekunden Zeitverlust werden keinen Brummi abschrecken. Einen großen Anteil an den schweren LKWs hat der Verkehr zum Gewerbegebiet in Wimpfen im Tal, und hier insbesondere ein in den letzten Jahren stark gewachsener Speditionsbetrieb. Man wird kaum den Umweg über die Neckarbrücke in Wimpfen und die B27 auf der anderen Neckarseite zur Autobahn nehmen, nur um ein bisschen Tempo-30 in Untereisesheim zu vermeiden. Und außerdem ist ja jetzt schon an der Einmündung der Schulstraße auf der Hauptschtraße die Geschwindigkeit auf 30 kmh beschränkt.