26.11.98

Am Donnerstag, 26.11.98 fand in Bad Wimpfen eine Bürgerversammlung zum Thema Umgehungsstraße statt. Die Heilbronner Stimme berichtete am 28.11. unter dem Titel:

Oberstes Ziel ist die Entlastung der Ortskerne.
Planungsleiter Klischat wies nochmals auf die Bedeutung einer einvernehmlichen Lösung zwischen den drei beteiligten Kommunen Neckarsulm, Untereisesheim und Bad Wimpfen hin. "Verkehrsprobleme müssen im Raum gelöst werden", so Klischat. Keine Prioritätenliste gab Bad Wimpfens Bürgermeister Claus Brechter ab. In einer seiner nächsten Sitzungen wird sich der Gemeinderat Bad Wimpfen für eine Variante aussprechen.

An für Untereisesheim interessanten Fakten wurden berichtet, daß die kostenintensive Ostumgehung eine aufgeständerte Form beinhaltet, einen über 500m langen Lärmschutzwall und eine 300m lange Galerie aufgrund der sehr ausgeprägten Hanglage.

Untereisesheims Bürgermeister Weigelt benutzte die Gelegenheit, der Heilbronner Stimme seine Meinung kundzutun:

"Ist wie in einer Obstpresse"
Einer Westumgehung von Untereisesheim steht Bürgermeister Karlheinz Weigelt durchaus kritisch gegenüber. Das betonte er am Donnerstagabend am Rande der Bürgerversammlung im Kursaal von Bad Wimpfen, zu der auch zahlreiche Untereisesheimer Bürger gekommen waren. Bislang sei die Kommune stets von einer östlichen Umgehung entlang des Neckars ausgegangen. Auch der Flächennutzungsplan sei auf eine Ostumfahrung der Kommune abgestimmt. "Wir haben unsere ganze Siedlungspolitik auf eine Ostumfahrung ausgerichtet", er klärte Weigelt mit Blick auf das neue Untereisesheimer Baugebiet "Bibershecke" am westlichen Ortsrand. Auch habe der Gemeinderat in seiner alten Besetzung für eine Ostumgehung votiert. Weigelt betonte, daß Untereisesheim an einer gemeinsamen Umfahrungslösung mit Bad Wimpfen interessiert sei. Der Bürgermeister warnte aber vor kurzsichtiger Politik: "Eine Entscheidung wie diese Ortsumgehung, die das Leben mehrerer Generationen nachhaltig beeinflußt, darf nicht allein vom Geld abhängig gemacht werden." Wäge man alle Vor- und Nachteile einer Westumgehung ab, dann "stellt sich die Frage, ob der Preis für die Westumgehung nicht zu hoch ist und die Beibehaltung des Status Quo nicht der kleinere Preis", schilderte Weigelt derzeitige Überlegungen. Eine Westumgehung beeinträchtige die weitere Entwicklung Untereisesheims. Weigelt: "Da komme ich mir vor wie in einer Obstpresse."

In nicht-öffentlicher Gemeinderatssitzung am Montagabend wird der Gemeinderat die beiden Untereisesheimer Varianten noch einmal diskutieren, die Ergebnisse werden anschließend in einer Bürgerversammlung vorgestellt. (mth)