28.01.99

Rehe hinterm Schafhaus

Soll die Idylle am Neckarhang der Umgehungsstraße weichen?
Schauen Sie sich doch auch mal meine Seiten über den Neckarhang an:
www.waldhang.de


Meine Meinung (zum Diskussionsstand Anfang '99)

Die Varianten 1 bis 3 können - je nach Ausführung - für uns persönlich ziemlich problematisch werden, da wir genau an der nordöstlichen Ortsecke wohnen, wo die Straße dann wieder vom Neckartal hochkommen soll. Der Abstand zu der Straße, die uns dann in einem großen 180 Grad-Bogen umkreist, ist wahrscheinlich weniger als 100m.

Als etwas zynische Vorgehensweise muß es angesehen werden, daß vor einigen Jahren das Baugebiet Schafhaus II ausgewiesen wurde, wenn doch "die ganze Siedlungspolitik der Gemeinde seit langem auf die Ostumgehung ausgerichtet war", wie der Bürgermeister sagte. Hier leben in über 100 Wohneinheiten schätzungsweise 10% der Untereisesheimer Bevölkerung, die von der Ostumgehung trotz der geplanten Schutzmaßnahmen doch durch Lärm stark beeinträchtigt würden. Viel schlimmer noch ginge es den Bewohnern der Unteren Halde. Am schlimmsten treffen würde es die Leute im alten unteren Ortsteil.

Ich sehe nicht, dass die Entwicklung des Ortes in absehbarer Zukunft durch eine Westumgehung behindert würde. Untereisesheim könnte sich ungestört auf dem Neckar-Hochgestade entlang der jetzigen L1100 in Richtung Wimpfen weiterentwickeln. Schöne Wohngebiete gäbe das auf jeden Fall. Aber halt: Die Wimpfener Markung reicht hier doch bis nahe an Untereisesheim heran. So könnte dorthin zwar die Siedlung Untereisesheim wachsen, nicht aber die politische Gemeinde. Die Obstpresse, von der Bürgermeister Weigelt sprach, ist also ein Problem im Kopf der Lokalpolitiker.

Aber ich will mich nicht beklagen. Als wir unseren Bauplatz kauften, waren die Umgehungsstraßenpläne schon bekannt. Pläne für eine Westumgehung gab es noch nicht (*). Wir haben in Kauf genommen, einmal mit der Straße leben zu müssen. Allerdings wurde vom Bürgermeister versichert, wenn die Straße käme, würde die Anstiegsstrecke vom Neckartal auf das Hochgestade als Tunnel ausgeführt.

Die Entscheidung der Gemeinde für die Ostumgehung ist wohl vorprogrammiert, denn am südlichen Ortsrand wohnen anscheinend mehr einflußreiche Untereisesheimer Bürger und Gemeinderäte. Vielleicht siegt trotzdem das Land und die finanzielle Vernunft. Wir sind gespannt. Aller Voraussicht nach wird es noch zehn Jahre dauern, bis sich konkret etwas tut.


(*) Anmerkung August 2002: Hier habe ich mich offensichtlich geirrt. H. Bechtle wies mich darauf hin, dass neben der Ostumgehung bereits um 1980 in einer Untersuchung von Prof. Kölz die Möglichkeit einer Westumgehung aufgezeigt wurde. Wir sind 1985 nach Untereisesheim gekommen und hatten davon bis vor kurzem noch nie gehört.